Diccionario Histórico-Crítico del Marxismo

un proyecto del Instituto de Teoría Crítica de Berlín

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HKWM 1 — Vorwort

Aus dem Vorwort zum ersten Band (1994)

Es ist nicht das erste Mal, dass ein neuartiges Wörterbuch aus dem Vorhaben entsprungen ist, ein vorliegendes zu übersetzen, zu bearbeiten oder zu ergänzen. Aus einem Übersetzungsprojekt entstand das berühmteste Nachschlagewerk der Aufklärung, Diderots Encyclopédie; Joachim Ritters Historisches Wörterbuch der Philosophie aus dem Vorhaben einer Bearbeitung. Das Historisch-kritische Wörterbuch des Marxismus ist aus der Planung von Supplementbänden zu einer Übersetzung hervorgegangen. Im Vorwort zur deutschen Fassung des Kritischen Wörterbuchs des Marxismus von 1983 sind sie angekündigt. Sie sollten den französischen Akzent dieses Werks durch andere Akzente ergänzen, zumal deutsche. Alle an Marx anschließenden Richtungen waren zur Mitarbeit eingeladen. Als sich das Projekt zwischen dogmatischem Bannfluch und sozialliberalen Berührungsängsten im damals noch zweistaatlichen Deutschland blockiert fand, internationalisierte es sich und suchte nicht zuletzt, soweit möglich, die Zusammenarbeit mit Intellektuellen aus dem »Trikontinent« Asien, Afrika und Lateinamerika. Bald wurde die Form eines Supplements gesprengt, schon aus dem äußerlichen Grund, dass es im Umfang auf ein Mehrfaches des übersetzten Werks angewachsen war.

Zugleich gab es innere Gründe für einen Neuanfang. Eine neuartige Problematik tauchte auf, im umfassenden Sinn einer Konfiguration von Krisen- und Kritikfeldern. Die »Grenzen des Wachstums« und andere Existenzprobleme, deren sich neue soziale Bewegungen annahmen, die Durchsetzung der hochtechnologischen Produktionsweise führten zu einer progressiven Frageverschiebung. Die sowjetische Perestrojka und schließlich der Untergang der Sowjetunion und das Ende der Weltordnung, die aus der Oktoberrevolution von 1917 und dem Sieg der antifaschistischen Ost-West-Allianz im Zweiten Weltkrieg hervorgegangen war, beförderten einen ›epistemologischen Einschnitt‹ und einen Historisierungsschub, der das Wörterbuchprojekt vollends ins Neuartige stieß.

So sehr in gelehrter Hinsicht das Historische Wörterbuch der Philosophie ein kaum erreichbares Vorbild abgibt, so denkwürdig ist die Erfahrung, die zu machen ist, legt man die Wissensmassen der beiden Werke aneinander: es gibt nicht nur kaum Überschneidungen, sondern es ist, als spräche das Historisch-kritische Wörterbuch des Marxismus in ein gähnendes Schweigen hinein, das den Diskurs jenes Werks als bürgerlichen charakterisiert, so wie das Brechen des bürgerlichen Schweigens die Notwendigkeit des marxistischen Wörterbuchs ausmacht.

Nach dem Abbruch des kommunistischen Experiments scheint es dem Zeitgeist höchstens noch von archäologischem Interesse, sich historisch-kritisch mit einem Untergegangenen zu befassen, als gäbe es weder einen ›westlichen Marxismus‹ noch den vielfältigen wissenschaftlichen und kulturellen Marxismus der Intellektuellen. Aber selbst wenn dem so wäre und ›der Marxismus‹ wirklich untergegangen wäre, bliebe er doch Teil unserer Geschichte. Wissenschaft, Kultur und Politik des 20. Jahrhunderts sind ohne die marxsche Herausforderung und die vielfältigen und antagonistischen Reaktionen darauf nicht zu verstehen.

Doch die Totsagung ist übereilt. Ein unerledigtes Projekt kann nicht sterben, solange die Existenzprobleme, auf die es zu antworten begonnen hat, nicht gelöst oder bedeutungslos geworden sind. Marxistisches Denken ist kein abgeschottetes oder sektiererisches Phänomen. Es entstand und entsteht immer wieder aus praktisch-theoretischer Hinwendung zu den Fragen der menschlichen Vergesellschaftung und Naturverhältnisse, der Antagonismen und Krisen. Diese Fragen gehen alle an. Sie sind ungelöst, und ihre Ungelöstheit wird immer deutlicher als Überlebensfrage der Menschheit im »Raumschiff Erde« gespürt, wenn auch in ihrer Reichweite noch kaum begriffen.

Sowenig die Geschichte des Christentums mit dem Sturz der ersten christlichen Herrschaft beendet war, so wenig wird die theoretisch-praktische Suche nach solidarischer und umweltverträglicher Vergesellschaftung beendet sein mit dem Sturz der kommunistischen Herrschaft. Und sowenig die unermesslichen Verbrechen, die in christlichem Namen begangen worden sind, seinen ethischen Impuls auslöschen konnten, so wenig die im Namen eines Sozialismus begangenen die ethisch-politische Substanz der sozialistischen Idee.

Joachim Ritter schrieb im Vorwort zum ersten Band seines Wörterbuchs: »Es kann nicht vorausgesagt werden, wie einmal eine neue Synthese aussehen wird und ob sie im Spiel ist oder nicht«. Der Satz läßt sich auf marxistisches Wissen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert anwenden. Von diesem Fundus läßt sich ebensowenig voraussagen, welche einzelnen Elemente einmal in welcher Verbindung wiederaufgenommen werden.

Dieses zerklüftete, von vielfältigen Antagonismen durchzogene Wissen mit seinen Einsichten und Blindheiten, seinen Anmaßungen und Erfahrungen, seinen widerlegten Annahmen und unerledigten Potenzialen ist das unübersichtliche, unermessliche Material des Historisch-kritischen Wörterbuchs. Es versteht sich, dass es nie erschöpfend, immer nur in Exkursen von einem begrenzten Standpunkt dargestellt werden kann. Auch hätte eine scharfe Abgrenzung keinen Sinn, da es zumal mit den europäischen Traditionen kommuniziert, und die Übergänge zwischen ihm und dem ›bürgerlichen‹ Wissen sind immer offen gewesen, auch wenn sie von beiden Seiten oft inkognito passiert worden sind. Die Ausstellung der Denkformen und Begriffswerkzeuge und das Nachzeichnen der Denkwege gibt nach allen Seiten Verbindungen frei und zeigt Anknüpfungsmöglichkeiten.

II

Die geschichtliche Konstellation ist für das Projekt eines Historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus günstig und widrig zugleich. Günstig ist der Zusammenbruch staatsmarxistischer Zensur für das Nach-Denken des Gewesenen. Die Archive sind offen, die Theorien herrenlos. Widrig ist der unhistorische Griff der ›Sieger‹ nach der Geschichte, der in vielem einer Auslöschung des gesellschaftlichen Gedächtnisses gleichkommt. Die postkommunistische Situation prägt somit den Titelbegriffen des Historisch-Kritischen eine nachdrückliche Aktualität auf: Dabei geht es einerseits um die kritische (und selbstkritische) Auswertung historischer Erfahrungen, andererseits um die wissenschaftliche Sichtung, Erschließung und kritische Durcharbeitung eines enormen Gedankenmaterials. Der historisch-kritische Blick in die labyrinthische ›Bibliothek‹ marxistischen Wissens kann zu heilsamer Ernüchterung verhelfen. Die durcharbeitende Erinnerung mag dazu beitragen, blinden Wiederholungszwang zu lösen.

Der Untergang des Marxismus-Leninismus hat im Gedächtnis der Völker zunächst akkumulierte historische Schuld hinterlassen. Sie schlägt sich in einem riesigen Schuttberg nieder, der die rationalen Elemente des Untergegangenen und die in ihm enthaltenen Zukunftskeime mitsamt den irrationalen und lebensfeindlichen Elementen unterschiedslos unter sich zu begraben droht. Diese Situation macht marxistischem Denken die Anstrengung und den Schmerz des Negativen in Gestalt rücksichtsloser Kritik zur Überlebensbedingung. Nur so kann es gelingen, menschheitliche Schätze aufklärerischen Wissens und sozialer Phantasie aus diesem Untergang zu retten. Einzig die rettende Kritik, von der Walter Benjamin gesprochen hat, vermag sie, einer Arche Noah gleich, in eine andere Zeit zu tragen.

Auch solche Kritik ist negativ, sie kann schmerzen. Doch gibt sie niemals vor, wortlos über das Kritisierte hinaus zu sein. Vielmehr begibt sie sich in die historische Erfahrung hinein. Indem sie sich ihrer annimmt, nimmt sie dieselbe auch an. Sie beansprucht nicht das letzte Wort, sondern sie bricht die Mischung aus dumpfem Schweigen und kurzsichtigem Triumph.

Der notwendige Versuch, dem Kritisierten historische Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, wird nicht immer gelingen. Er muß gleichwohl unternommen werden. Das Besserwissen, das sich nach einer Niederlage einstellt, ist nicht unbedingt besseres Wissen. Oft genug ist es nur eine andere Form der Unverbesserlichkeit. Der einfache Seitenwechsel nach der staatssozialistischen Katastrophe flieht vor dem verantwortlichen Durcharbeiten in die Gedächtnislosigkeit.

Man braucht dabei nicht nur an Beispiele opportunen Gesinnungswechsels nach dem Scheitern des sowjetischen Reformversuchs zu denken. Schon die Entstalinisierung brachte sie hervor. Als Nikita S. Chruschtschow 1956 die Verbrechen Stalins angeprangert hatte – was für das kommunistische Experiment einer ›Freilassung auf Bewährung‹ gleichkam, die spätestens 1968 mit der Unterdrückung des tschechoslowakischen Reformkommunismus verwirkt war -, notierte Henri Lefebvre, es sei »bei Marxisten Mode geworden, sich über das Zitieren als ›den jeweils kürzesten Weg von einem Gedanken zum anderen‹ lustig zu machen«. Er fuhr fort: »Diese Mode wurde ausgerechnet von denjenigen kreiert, die zuvor nie eine Zeile geschrieben oder einen Satz gesprochen haben, ohne Stalin zu zitieren. Heute verbergen sie ihre Ignoranz und die Leere ihres Denkens auf andere Weise.«

Ohne gesellschaftliches Gedächtnis kann es keine Erfahrung geben. Ein historisch-kritisches Wörterbuch hat zu Zeiten eines »Geschichtsbruchs« (Peter Glotz) seinen Sinn darin, als Organ der Erinnerung Denkerfahrungen zu vermitteln. Sie bilden sich im historisch-kritischen ›Zitieren‹ – nicht nur dem von Glanzleistungen, sondern auch einem solchen, das die theoretische Leere machtverliebten Denkens ausstellt.

III

Das Historisch-kritische Wörterbuch trägt neben einem praxiskritischen und erfahrungsbezogenen einen stark »philologischen« Akzent. In den Artikeln wird sorgfältig zitiert und auf Quellen verwiesen, um selbständige Weiterarbeit zu unterstützen und Ariadnefäden zur Orientierungshilfe in den Labyrinthen der Literatur anzubieten. Dabei lassen sich Hinweise gewinnen, welche Werke neue Lektüre lohnen, um die Geschichte zu entfetischisieren. Die Geschichte(n) der Begriffe aber, deren vielfältige Verwendung und Konnotation, wirken subversiv gegen falsche Sicherheiten und scheinbar festgefügte Denkgebäude.

Diesem Konzept, das nicht in eine geschlossene Weltanschauung, sondern in eine offene Werkstatt führen will, kommt die Struktur eines Begriffswörterbuchs entgegen. Während die Idee einer Enzyklopädie davon ausgeht, über die wie Kettenglieder ineinandergreifenden Kreise des Wissens zu verfügen, philosophiert das Wörterbuch mit dem Hammer, indem es die Gedankenkreise in Einzelbegriffe fragmentiert. Der überwölbende Sinn ist nicht gegeben. Die imaginäre Verfügung über ihn soll der Dekonstruktion der hermeneutischen Totalitäten Platz machen. Theoretisches Nacharbeiten der »philosophischen Grammatik« mag dazu beitragen, marxistisches Wissen in eine geschichtsmaterialistisch aufgeklärte neue Moderne einzubringen, der die Einheitsmythen des Subjekts und des Sinnes zergangen sind und die gerade deshalb das Projekt einer kritischen Theorie der Gesellschaft in praktischer Perspektive neu aufzunehmen vermag.

IV

Bearbeitet werden über 1200 Begriffe, die für den Marxismus mit seinen unterschiedlichen theoretischen und praktischen Linien und für die sozialen Befreiungsbewegungen relevant geworden sind. Eingang finden zunächst theoretische oder politisch-strategische Begriffe, die bei Marx und Engels oder in einer der an sie anschließenden Linien eine akzentuierte Bedeutung erhalten haben. Aufgenommen wurden aber auch Begriffe, die den marxistischen Klassikern oder selbst den marxistischen Traditionen unbekannt waren oder zumindest noch kein Heimatrecht in diesen Traditionen gefunden hatten: dies schien richtig, wo sich in ihnen historisch neuartige Problematiken oder Erkenntnisansprüche artikulieren oder wenn sie dazu anhalten, bisher vernachlässigte Seiten des Marxismus in den Vordergrund zu rücken.

Viele dieser Stichwörter entstammen der politisch-theoretischen Lexik der Gegenwart und sind noch nie in vergleichbaren Wörterbüchern behandelt worden. In ihnen, die oft Neuprägungen sind, artikulieren sich Probleme dieser Epoche. Es sind die ungelösten Fragen einer Epoche globaler Krisen: des Übergangs zur hochtechnologischen Produktionsweise des transnationalen Kapitalismus; des durch die strukturelle Unfähigkeit, bei diesem Übergang mitzuhalten, bedingten Scheiterns der sowjetischen Gesellschaftsformation; des Aufbrechens des nicht länger durch den Ost-West-Gegensatz überdeterminierten »Nord-Süd-Konflikts« im Weltkapitalismus. Nicht zuletzt haben neue soziale Bewegungen – vor allem die Frauenbewegung und die Ökologiebewegung – die neue Lexik mitgeschaffen.

Wo nicht die Lexik neu ist, ist es die Lektüre, wenn sie sich ihre Fragen von der Zeit vorgeben läßt.

Nicht aufgenommen wurden historische Ereignisse, geographische Bezeichnungen oder die Namen von Organisationen – es sei denn, dass sie zu Begriffen geworden sind, in denen sich strategische Probleme und deren Reflexion verdichten. Personennamen kommen auf der Ebene der Stichwörter einzig in Form aus ihnen hergeleiteter Richtungs- oder Schulbezeichnungen vor.

Metaphern, Bilder, Topoi, Redeweisen, Schlagwörter usw. wurden dann eingerückt, wenn sie für theoretisch-politische Artikulationen wichtig geworden sind. Ritter berücksichtigt sie nicht, obgleich er mit Hans Blumenberg weiß, daß sie an die »Substruktur des Denkens heranführen«.

Wo Begriffe eine ›gespaltene‹ Geschichte haben, werden in einigen Fällen unterschiedliche Bezeichnungsmöglichkeiten zur Doppelaufnahme genutzt. Die daraus resultierende Vielstimmigkeit und Pluralität der Perspektiven ist erwünscht. Sie führt mitten ins Feld des Marxismus in seiner unfertigen Geschichte.

V

Die Erarbeitung der Konzeption, die Zusammenstellung der zu bearbeitenden Stichwörter und das Finden geeigneter VerfasserInnen ist teils in öffentlichen und veröffentlichten Diskussionen, teils unter Konsultation einer großen Zahl von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Kontinente erfolgt. Nicht alles Angebahnte konnte zu Ende gebracht werden.

Dem Erscheinen dieses ersten Bandes sind zehn Jahre Vorarbeiten vorausgegangen. Alle Texte sind sorgfältig von der Redaktion und vom Herausgeber bearbeitet. In der »Wörterbuchwerkstatt« sind die eingehenden Fassungen besprochen und mit den VerfasserInnen anschließend diskutiert worden.

»Das Gleiche läßt uns in Ruhe«, hat Goethe einmal gesagt, »aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.« Und die Produktivität, ließe sich hinzufügen, treibt zum Widerspruch. Darum möge man es diesem Werk als Stärke anrechnen, daß die Autoren einander in der Sache widersprechen können, indem sie sich an der Sache abarbeiten. Wie in jeder lebendigen wissenschaftlichen oder auch politischen Kultur muss es ständig neuen Widerspruch geben. Es versteht sich, daß in keiner Weise zensierend eingegriffen worden ist. Auch ursprünglich vorgesehene Umfangsgrenzen für die Artikel sind bald durchlässig gemacht worden, weil sie zum Prokrustesbett geworden wären.

Wenn eingegriffen worden ist, dann im Sinne der historisch-philologischen Präzisierung, gelegentlich auch der Verdichtung wuchernden Materials. Das Konstruktionsprinzip begrifflicher Fragmentierung brachte die Gefahr der Überschneidung mit sich, die es in der Endredaktion möglichst zu reduzieren galt. Sie gänzlich zu vermeiden, war nicht machbar. Die Divergenz der Sichtweisen ist durch dieses technische In-Form-Bringen nicht beeinträchtigt.

VI

Den VerfasserInnen der Artikel sei für ihre manchmal arg strapazierte Geduld und ihr Verständnis gedankt. Zumal diejenigen, die bereits ab 1983 mitgewirkt haben, mussten immer wieder erfahren, daß Zeitvorstellungen illusionär gewesen sind. Einige haben das Erscheinen dieses Bandes nicht mehr erlebt: Emilia Giancotti, Helmut Gollwitzer, Dieter Herms, Gudrun Klatt, Karl Kühne, Henri Lefebvre, Eduard März.

Dem Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin gebührt der Dank dafür, dem Projekt dieses Wörterbuchs und der Wörterbuchwerkstatt Arbeitsmöglichkeiten gegeben zu haben. Den MitarbeiterInnen des Argument-Verlags ist dafür zu danken, dass sie eine elementare Finanzierung dieses Werkes durch ihre Arbeit mitgetragen haben. Dass dieser erste Band nach zehnjähriger Arbeit der Öffentlichkeit übergeben werden kann, ist dem Idealismus der Mitwirkenden zugute zu halten.

Abgesehen von einer zweijährigen ABM-Stelle 1986/87 konnten keine Fördermittel gewonnen werden. Mit bloßem Idealismus aber wird ein Werk dieses Umfangs schwerlich zu vollenden sein.

Redaktion und Herausgeber hoffen nicht nur auf gute Aufnahme, sondern auch auf Anregungen und Mitwirkung.

»Die Wahrheit ist die Tochter der Zeit«, heißt es bei Bacon. Was das Historisch-kritische Wörterbuch des Marxismus mehr als alles andere von früheren Werken unterscheidet, ist die Prägung durch eben den historischen Moment des säkularen Umbruchs, der zwar für viele einer der Hoffnungslosigkeit oder der Resignation ist, sich jedoch ebenso als einer der unbefangenen Kritik auffassen läßt, aus der Impulse für die Zukunft entspringen.

Berlin, im Herbst 1994

Wolfgang Fritz Haug
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